Rein ins Boudoir – heraus aus dem Schmollwinkel

Ich bin beinahe mit dem Fotoapparat in der Hand geboren worden; Jedenfalls kommt es mir im Nachhinein so vor. Meine erste Kamera habe ich im Alter von acht Jahren erhalten, und seitdem bin ich in die Fotografie verliebt – fast so sehr wie in meine Frau. Von Kindesbeinen auf habe ich alles festgehalten, was mir vor die Linse kam. Dabei habe ich bald festgestellt, dass es verschiedene Arten zu fotografieren gibt. Der Reisejournalist ‚macht‘ ganz andere Bilder als der Industriefotograf, der Kriegsberichterstatter andere als der Boudoirfotograf. Ich bin Boudoirfotograf geworden, weil mich schon immer Natürlichkeit und Sinnlichkeit besonders angeregt haben. Es geht mir nicht um den nackten Blick auf Sachen oder Menschen, sondern um die Wirkung, die sie ausüben. Das unterscheidet nach meinem Verständnis die reine Akt- von der Boudoirfotografie.

Ich will nicht einfach nur abbilden, sondern zeigen, wie sinnlich jeder Mensch, speziell jede Frau, sein kann, völlig unabhängig von Äußerlichkeiten wie Alter, Körpergewicht oder anderen Details, die die Betroffenen manchmal als für ihre Wirkung nachteilig empfinden. Viele Frauen wissen gar nicht, welche Attraktivität sie besitzen, und wie sie sie zur Wirkung bringen können. Ein gutes Foto, sorgfältig geplant und arrangiert, bringt es an den Tag. Dabei geht es nicht darum, aufdringlich allzu delikate Details zu zeigen. Das macht unter Umständen die reine Aktfotografie. Sinnlich ist etwas anderes: das Nicht-Zeigen. Dadurch einsteht ein viel intensiverer Eindruck; Andernfalls gleitet ein Bild sogar leicht über den Akt hinaus ab zur Pornografie. Was hat das mit Kunst zu tun, mit Erotik? Viel erotischer ist es, eine Frau in einer angenehmen Umgebung zu zeigen, bekleidet beispielsweise mit schicken Dessous, von denen sie weiß, dass sie darin ihrem Freund oder Ehemann gefällt.

Um Bilder zu kreieren, die eine intensive erotische Spannung aufbauen, ist es notwendig – und möglich -, schöpferisch einzugreifen, aktiv zu gestalten. Stimmung erzeugen, anregende Blickwinkel suchen, die schönsten Körperpartien des zu fotografierenden ‚Objekts‘ entdecken – das sind Aufgaben, die meine Art der Fotografie für mich so reizvoll machen.

Trotz aller aktiven gestalterischen Kreativität ist mir immer daran gelegen, die Frau, die ich gerade ablichte, so zu zeigen, wie sie ist. Kein solches Foto darf nach Klischee gestaltet sein. Jedes muss der Persönlichkeit des Modells gerecht werden, ohne dass es model-haft wirkt. Ich will nicht irgend welche Frauen zeigen, sondern jeweils diese eine mit ihren individuellen Besonderheiten und ihrer Persönlichkeit. Wenn das nicht im Foto ‚rüberkommt, ist die ganze Arbeit umsonst.

Wichtig ist mir auch der persönliche Umgang mit meiner „Kundin“. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass eine Frau vor einem Fotoschooting nervös und gehemmt ist. Zu meinen Aufgaben als Fotograf gehört es, solche Hemmungen abzubauen und zu zeigen, wie einfach natürlich sie sein kann, und wie fabelhaft sie auf den Bildern von sich wirkt, wenn sie sich locker und entspannt auf die Session einlässt.

Zur Boudoirfotografie gehört Professionalität ebenso wie Einfühlungsvermögen. Um beides bin ich bei jeder Aufnahme berühmt. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen mir, dass ich damit nicht schlecht liege. Mein Fotoatelier ist meinen persönlichen Anliegen entsprechend gestaltet, wobei ich bewusst eine moderne Einrichtung gewählt habe, um mich vom antiquierten Begriff des „Boudoirs“ abzusetzen. Das Wort „Boudoir“ heißt ursprünglich „Schmollwinkel“. Genau das hat mit meiner Arbeit nichts zu tun. Eher ist es so, dass ich die zu fotografierende Frau aus ihrem Schmollwinkel herauslocken will. Wenn sie sich wohlfühlt, wird Mann das an ihren Bildern sehen. Was gäbe es Schöneres?

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